Aktivierende Stadtentwicklung / Flughafen Tempelhof

An ideas workshop is working out a concept for an integrated urban development of Tempelhof considering the special situation in Berlin, recognizing urban pioneers as catalysts and initiators of urban activity and applying them as tools of site development. Site activation by urban pioneers and culural initiatives is linked with long-term urban development concepts from the start and is taken to mean an integrative component of the entire development process. Integrated urban development in Tempelhof is a strategic approach to a generation of quality growth on different layers of planning that have to be developped parallely. These layers are adjusted regularly and synchronised with the ongoing development of Tempelhofer Feld. This way urban development means not only an accumulation of cubic capacities created by a structured urban planning process, but as a successive agglomeration of activities, programmes and networks which will gradually manifest in an architectural way.

Die Ideenwerkstatt Tempelhof entwickelt unter Berücksichtigung der besonderen Berliner Situation ein Konzept zur integrierten Stadtentwicklung, welches Pioniernutzungen als Generatoren und Initiatoren städtebaulicher Aktivität erkennt und diese als Werkzeug für die Entwicklung des Standortes einsetzt. Die Aktivierung des Standorts durch Pioniernutzungen und kulturelle Initiativen wird von Beginn an mit langfristigen städtebaulichen Entwicklungskonzepten verknüpft und als integrativer Bestandteil des gesamten Entwicklungsprozesses verstanden. Integrierte Stadtentwicklung in Tempelhof ist ein strategischer Ansatz, der qualitatives Wachstum auf unterschiedlichen, parallel zu entwickelnden Planungsebenen generiert. Diese Ebenen werden regelmäßig abgestimmt und mit der laufenden Entwicklung auf dem Tempelhofer Feld synchronisiert. Stadtentwicklung wird somit nicht nur als städtebaulich strukturierte Akkumulation von Baumassen verstanden, sondern als sukzessive Verdichtung von Aktivitäten, Programmen und Netzwerken, die sich nach und nach auch baulich manifestieren.

link: ongoing project at the cities website
link: das aktuelle projekt der senatsverwaltung hier auf der senatseignen webeite

Berlin
2007 - 2009
Commissioned by Berlin Senate Department for Urban Development
Im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin

Markus Bader, Christof Mayer und Jeannette Merker, Aliénor Dauchez, Thomas Rustemeyer, Sara Gomez, Cristina Antonelli, Marius Gantert

In Kooperation mit Studio UC Klaus Overmeyer, Michael Braum & Partner

Dynamischer Masterplan
Um die verschiedenen Ebenen der Entwicklung (Öffnung, Pionierfelder, Baufelder, Freiflächenentwicklung etc.) in ihrer zeitlichen Dimension und prognostizierten Ausdehnung darstellen zu können wurde das Instrument des „Dynamischen Masterplans“ entwickelt. Dieser stellt die Entwicklung des Areals sowie die sukzessive Verdichtung von Programmen, Netzwerken und Aktivitäten in Analyse und Konzept für den Zeitraum von 2008 bis 2030 dar. Im Unterschied zu klassischen Masterplankonzeptionen, integriert der dynamische Masterplan sowohl harte als auch weiche Planungsparameter. In Szenarien von 2010 über 2017, dem anvisierten Veranstaltungsjahr der Internationalen Gartenschau und dem Beginn der IBA-Phase, werden mögliche Entwicklungsstände bis ins Jahr bis 2030 dargestellt, gleichzeitig werden diese mit den tatsächlichen Entwicklungen auf dem Tempelhofer Feld abgestimmt. Darüber hinaus fließen Kriterien der Vermarktung und Aktivierung sowie die Ergebnisse von Wettbewerben, die Analyse der Bestandsgebäude oder sektorale Fachplanungen in die Bearbeitung des Masterplans mit ein.

Prozessuale Stadtentwicklung
Der Flughafen Tempelhof war und ist ein starker und international bekannter Ort. Vor diesem Hintergrund müssen sowohl für das neu zu nutzende Flughafengebäude, als auch für das zu entwickelnde Tempelhofer Feld starke neue Bilder gefunden werden, die an die Geschichte des Ortes anknüpfen und dessen zukünftige Nutzung positiv beschreiben. Der Aktivierungsphase, dem Zeitraum zwischen der Beendigung der Flughafennutzung und dem Beginn der zukünftigen Nutzung, kommt in dieser Hinsicht eine besondere Bedeutung zu: Der entstehende „Assoziationsleerraum“ des Images von Tempelhof muss neu besetzt und ein eigenständiges, neues Branding gewagt und entwickelt werden. Neben der Imagebildung werden in der Aktivierungsphase aber auch wichtige räumliche Entscheidungen getroffen:vorhandene Räume werden für neue Nutzungen entdeckt, öffentliche Orte geschaffen und Identitäten für die langfristige Entwicklung gebildet. Dabei hängt es von der Konzeption und Ausrichtung der Aktivierungsphase ab, welche Öffentlichkeiten sich bilden, welche Orte besetzt und welche Identitäten entstehen werden. Im Rahmen der Imagebildung kann die temporäre Nutzung durch Kunst- und Kulturschaffende nachhaltig und positiv die Sicht auf das Tempelhofer Feld als kreativen Standort verändern. Im Laufe des Planungsprozesses haben sich mit Hilfe der Gutachten, Symposien und Expertenkonferenzen übergeordnete inhaltliche Ziele herauskristallisiert, die sowohl für die kurz und mittelfristige als auch für die dauerhafte Entwicklung als Grundsätze gelten und Bestandteil der Senatsvorlage zur Trägerschaft sind.

Die Entwicklung des Tempelhofer Feldes wird auf verschiedene Entwicklungsansätze aufgebaut. Neben einer investorenbasierten Baufeldentwicklung wird es Entwicklungsimpulse durch eine Internationale Bauausstellung (IBA) sowie eine Internationale Gartenbauausstellung (IGA) geben. Darüber hinaus ist die Integration von Zwischen- und Pioniernutzungen für den Entwicklungsprozess von Bedeutung. Aufgrund der Größe des Gebietes und der Situation auf dem Berliner Immobilienmarkt wird die Entwicklung des Tempelhofer Feldes prozesshaft erfolgen und einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Dabei wird, ausgehend von einer kontrollierten Öffnung des Geländes, von einem gesteuerten und schrittweise aufbauenden Entwicklungs- und Vermarktungsprozess ausgegangen.


Aktivierungskonzept
Im Sinne einer Handlungsempfehlung für den Zeitraum der Aktivierungsphase von 2009 bis 2013 werden zehn Aspekte zur Aktivierung des Standorts, aufbauend auf den übergeordneten Zielen des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes, hervorgehoben. Jedes Handlungsfeld ist in die thematischen Schwerpunkte des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes eingebunden. Die räumlichen Maßnahmen für die Öffnung und Erkundung, zur Ausweisung der Pionierfelder sowie zum Bau des „Aktivierungsrings“ und zur Veranstaltung der „Temporale“ stehen als Konzeptpläne zum Download bereit.


Konzeptpläne zum Download